Sparfuchs
Hartz 4, aber trotzdem Kohle! 20 Tips und (legale) Tricks
Bevor hier nun Euphorie aufkommt, muß ich euch vorher mal ein bißchen bremsen. Es gibt leider kein Patentrezept, wie man als Hartz 4-Empfänger (Umschüler bleiben leider auch auf Hartz 4 kleben -verschwinden lediglich aus der Statistik- und viele Rentner sind ebenfalls auf Hartz 4 angewiesen! Es sind also nicht alle Hartz 4-Empfänger klassisch arbeitslos und schon gar nicht arbeitsfaul, wie so manch Berufstätiger uns weiß machen will!!!) auf legale Weise zu Geld kommt. Daß was ich hier schreibe, betrifft allein meine eigenen Erfahrungen und können noch eher von den Personen erreicht werden, die den gleichen Status wie ich haben, sprich: Ledig oder geschieden, auf jeden Fall allein wohnend und keine Kinder!
Tip 1: Das A und O ist erstmal eine vernünftige Einnahmen-Ausgaben-Übersicht. Ich z. B. betreibe eine stinknormale Excel-Tabelle, in der ich jede Einnahme und jede Ausgabe auf den Cent genau einbuche. Ok, ich buche nicht die einzelnen Kassenbons, wenn ich mal einkaufen gehe oder irgendwelche Ausgaben, wenn ich mal ein Snickers beim Kiosk nebenan kaufe. Daß was ich buche sind neben den obligatiorischen Ausgaben wie Miete, Strom, Versicherung etc. meine Geldabhebungen vom Geldautomaten (Sprit, Lebensmittel, technisches Gedöns etc.) und außerplanmäßige Überweisungen. In meinem Beispiel sähe das in etwa so aus:
| Anfangssaldo |
= Endsaldo vom letzten Monat |
| Hartz 4 |
+ Regelsatz und Kosten für Unterkunft und Heizung |
| Beihilfen vom Amt |
+ wenn mal was kommt |
| Anrechnungsfreie Arbeit (z. B. Werbeprospekte verteilen) |
+ mein kleiner gemeldeter Nebenverdienst |
| Sonstige Einnahmen |
+ wenn mal was kommt |
| SUMME |
= |
| Miete |
- |
| Haftpflicht Motorrad (Quartalsabrechnung) |
- |
| Sozialfahrkarte |
- |
| SUMME |
= |
| 1-Euro-Job |
+ wenn ich einen habe |
| SUMME |
= |
| Barabhebungen Geldautomat |
- |
| Handy (Prepaid mit Karte) |
- Aufladen über den Geldautomaten bei der Bank |
| Sonstiges |
- |
| DEW (Strom) |
- |
| SUMME |
= |
| Telefon |
- |
| Sonstiges |
- |
| Provider (Quartalsabrechnung) |
- |
| Bankgebühren (Quartalsabrechnung) |
- |
| SUMME |
= Anfangssaldo nächster Monat |
Wenn man diese Aufstellung und recht einfache Buchhaltung konsequent durchzieht, hat man eine gute Entscheidungsgrundlage für die nächsten Monate und kann auch Einkäufe besser planen. Man hat alles im Überblick und kann die Dinge so organisieren, daß man nach einer gewissen Zeit keinen Minussaldo mehr hat. Und hat man dann irgendwann sogar ein Plus am Ende des Monats, dann am besten das Plus gar nicht mehr anrühren, sondern als Anfangssaldo in den nächsten Monat mit einfließen lassen und als Puffer für Notfälle drauflassen. So kann man sich über Monate schon ein gutes Polster zusammensparen. Dann ist auch zwischendurch schonmal was extravaganteres drin, z. B. eine Digicam. ;-)
HINWEIS: Wenn man Schulden hat, dann bitte versuchen die Ratenzahlungen in der Höhe zu zahlen, daß man zum Ende des Monats nicht in ein Minus kommt. Natürlich muß die Höhe der Ratenzahlung zuvor mit den Gläubigern abgesprochen werden, allerdings dürfen sie wiederum nicht so niedrig sein, daß die Zinsen die monatliche Rate übersteigen, denn so kommt man nie von den Schulden runter! Sind alle Schulden erst einmal abbezahlt, wird sich die Aufstellung sehr schnell zum Guten wenden. Guter Schwenk zum nächsten Tip. ;-)
Tip 2: Gar nicht erst mit Ratenkäufen anfangen! Lieber das Geld zusammensparen und dann alles auf einmal bezahlen. Dann hat man sofort alles aus dem Kopf und man vermeidet schlaflose Nächte, da man sonst immer wieder daran denkt, was man noch alles abbezahlen muß. Außerdem ist der Betrag insgesamt höher, als beim Direktbezahlen, da ja auf die Raten Zinsen draufgeschlagen werden.
Tip 3: Gar nicht erst zu einem Dispo aufs Girokonto von den Banken verführen lassen. Das animiert einen nur, mehr Geld auszugeben, als man hat und schwups hat die Schuldenfalle der Banken zugeschnappt. Die bekommen ja noch Zinsen für die Überziehung! Ist man aber in der Bredouille und hat einen in Anspruch genommenen Dispo, dann mit Hilfe der Aufstellung so planen, daß das Konto schnellstmöglich wieder im Plus ist. Sobald das Plus erreicht wurde, ab zur Bank und umgehend den Dispo kündigen!!!
Tip 4:
1-Euro-Jobs machen. Ich weiß, ein leidiges Thema, man mag sie oder man hasst sie. Aber für den Fall, daß man einen hat: So wenig wie möglich Urlaub nehmen bzw. krankfeiern, weil das wird leider nicht bezahlt. Arbeitet man "durch", so hat man je nach Anzahl der Arbeitstage durchschnittlich eine Mehraufwandsentschädigung von 180,00 Euro extra zum ALG 2.
Tip 5: Die Mehraufwandsentschädigung des 1-Euro-Jobs ist komplett anrechnungsfrei, ich darf also zu meinem 1-Euro-Job noch locker bis zu 100,00 Euro (ebenfalls anrechnungsfrei) hinzuverdienen. Alles was darüber hinaus verdient wird, wird angerechnet. Beispiel: Verdiene ich 130,00 Euro, darf ich die 100,00 Euro komplett behalten und von den 30,00 Euro werden mir 80% abgezogen. Heißt, ich habe nach Abzug nur noch 106,00 Euro.
Tip 6: Diverse Blutspendeinstitute zahlen eine Aufwandsentschädigung fürs Blutspenden. Das Blutspendezentrum der städtischen Kliniken Dortmund in der Alexanderstr. zahlt pro Blutspende eine Aufwandsentschädigung von 20,00 Euro. Für Plasma- und Thrombozytenspenden bekommt man etwas mehr.
Tip 7: Klamotten, die man nicht mehr trägt, bei einem Second-Hand-Laden auf Kommissionsbasis abgeben. Sind die Klamotten verkauft, bekommt man das Geld. Natürlich muß die Kleidung sauber und intakt sein, ansonsten nimmt ein solcher Laden die Klamotten gar nicht an.
Tip 8: "Stadtausweise" ausstellen lassen, damit hat man bei städtischen Einrichtungen und Veranstaltungen, verbilligte oder gar
keine Eintrittskosten. In Dortmund ist das der "Dortmunder Paß".
Tip 9:
Lebensmittel bei den Tafeln einkaufen. Je nach Tafel zahlt man einen Betrag von 2,00 - 5,00 Euro und bekommt dafür Lebensmittel, für die man im Geschäft gut 20,00 Euro latzen müßte. Man kann auch kostenlos zu Mittag essen und zwar in der Kana-Suppenküche in der Mallinkrodtstr.in Dortmund (Mo., Mi., und Fr. geöffnet von 09:00 bis 14:00 Uhr) oder in der Diakonie jeden Mittwoch.
Tip 10: Kleidung in Second-Hand-Läden kaufen oder am besten noch bei den Läden der Diakonie, "Jacke wie Hose". Die Klamotten sind dort billiger als in "klassischen" Second-Hand-Läden, da dort die Kleidung von den ehemaligen Eigentümern als Spende und nicht auf Kommission abgegeben wird. Oder aber bei den Kleiderkammern des deutschen roten Kreuzes nachfragen, die verschenken Kleidungsstücke. Ein Laden von denen ist hier in Dortmund. Klick mich, ich bin ein Link! Wenn man Möbel braucht, einfach mal Ausschau bei den Müllentsorgern halten. Die haben meist einen Laden
indem noch intakte Möbel aus Haushaltsauflösungen verkauft werden.
Tip 11: Sonstige Sachen bei Flohmärkten erwerben oder aber in der Anzeigenrubrik "Helfen und schenken" im kostenlosen wöchentlichen Stadtanzeiger nachschauen.
Tip 12: Pfandflaschen sammeln.
Tip 13: Jegliches "Kupfergeld", also die 1-Cent-, 2-Cent- und 5-Cent-Münzen aus dem Portemonnaie raus und rein ins Glas.
Tip 14: "Saisonware" außerhalb der Saison kaufen. Fahrräder sind im Winter billiger.
Tip 15: Beim Einkauf in Geschäften in den untersten oder in der obersten Reihe nachschauen, denn da liegen die billigen Waren. Die teuren Waren sind meist auf Augenhöhe. Einen Taschenrechner mitnehmen, damit man immer den aktuellen Ausgabebetrag vor sich hat und nicht in die Verlegenheit kommt, mehr auszugeben als man dabei hat. - Einkaufszettel schreiben und niemals hungrig einkaufen gehen!
Tip 16: Mineralwasser selber machen. Die Investierung in einen "Sodaclub" oder "Wassermax" hat sich bereits nach 3 Zylinderfüllungen amortisiert. Und man erspart sich auf die Dauer das nervige Geschleppe und somit Zeit.
Tip 17: Sozialfahrkarte ("Ticket 1000" für 15,00 Euro im Monat) nutzen, anstatt das teure "Ticket 2000".
Tip 18: Prepaid-Handy nutzen anstatt eines Vertragshandys, so kommt man nicht in die Verlegenheit über seine Finanzen hinauszutelefonieren.
Tip 19: Für Internet- und Telefonsüchtige einen Vertrag mit Internet- und Telefonflat abschließen. DSL 2000 reicht völlig aus. Achtung: Unbedingt die Preise der verschiedenen Anbieter vergleichen. Achja, kostenpflichtige Nummern wie z. B. 0190 unbedingt sperren lassen! Ansonsten über einen sogenannten "Hot-Spot" ins Netz gehen. Hat den Vorteil, daß man kostenlos ins Netz kann und keinen Festnetzanschluß dafür braucht. Der PC-Händler eures Vertrauens kann euch da gut beraten. Man kann aber auch z. B. ins "Cash 'n' Coffee" am Dortmunder Hellweg in der Einkaufszone gehen. Dann ist zwar der Kaffee etwas teurer, aber dafür kann man dann mit wachsender Begeisterung kostenlos surfen.
Tip 20: Für Fernsehgucker: In ein DVBT-Gerät investieren. Vorteil: Man hat 24 Programme und zahlt nur den Gerätepreis, anstatt einer lebenslänglichen, monatlichen Kabelgebühr! Bereits nach einem Jahr hat sich die Investition eines DVBT-Gerätes amortisiert. -> ALG 1- und ALG 2-Empfänger können sich zudem von der GEZ-Gebühr befreien lassen.
Und nun zum Schluß eine Information, die die ARGE gerne mal unter den Tisch fallen läßt: Pro Lebensjahr darf ich 150,00 Euro ansparen + 750,00 Euro für wichtige Anschaffungen. Dieser Betrag ist komplett anrechnungsfrei und darf von der ARGE NICHT angerechnet werden!!! Am Beispiel eines 32 Jahre alten Arbeitslosen errechnet sich folgender Betrag:
150,00 Euro x 32 Lebensjahre = 4.800,00 Euro + 750,00 Euro = 5.550,00 Euro
Ich darf also in diesem Fall unbesorgt bis zu 5.550,00 Euro auf der "hohen Kante" haben, ohne das mir die ARGE das wegnehmen darf!
Damit nun keiner denkt, daß ich euch hier einen Bären aufbinde, bitte auf das Bild da unten klicken:
Vorteil des ganzen: Mit einem stabilen Geldpuffer mache ich mich ein stückweit unabhängig von den Fissematenten des Arbeitsamtes. Dann sollen sie mir doch 30 % vom Regelsatz abziehen, wenn ich nicht zur Maßnahme erscheine, weil die mal wieder völlig überflüssig ist. Hab ja genug auf der "hohen Kante". *sfg* ;-)
Und euch allen nun viel Glück beim Erreichen eurer Finanzziele!
In diesem Sinne.
PS: An die reichen berufstätigen Snobs unter euch: Da wird von den Medien hin und wieder mal ein Einzelfall aufgegriffen, der total arbeitsfaul ist und sich über zu wenig Geld beschwert (Sensationsgeilheit und Einschaltquoten lassen grüßen) und schwups werden wir von der Gesellschaft alle über diesen einen Kamm geschert. Daß nicht alle Arbeitslosen an ihrer Misere selber Schuld sind, daß Umschüler ebenfalls auf Hartz 4 angewiesen sind und daß es Renter gibt, die ihre Rente mit Hartz 4 aufstocken müssen, und daß es Arbeitslose gibt, die lieber einen 1-Euro-Job / 400-Euro-Job machen, bevor sie gelangweilt zu Hause rumsitzen, weil der Arbeitsmarkt keine passenden Stellen hergibt, daran denkt wohl niemand. Und daß man mit 45 Jahren bereits zum "alten Eisen" gehört und man dadurch ebenfalls keinen Job mehr findet, wenn man das Pech hatte und mit 45 Jahren wegrationalisiert wurde, daran denkt wohl auch keiner? Wieso auch, es ist ja so unheimlich praktisch und bequem, die Augen zu verschließen, die Tatsachen zu verdrehen und alle über einen Kamm zu scheren. Und gleichzeitig lenkt man von seinen eigenen Problemen und seiner eigenen Unzulänglichkeit ab. Ich könnte kotzen, wenn ich solche Snobs reden höre!
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Eure Kommentare
Webmaster: @ Truthahn und Gubbel: Im großen und ganzen kann ich euch beipflichten. Ich habe immer was für mein Geld getan, und wenn es nur 1- Euro-Jobs waren. Mir ist es zuhause viel zu langweilig, ich muß raus und was tun, sonst fällt mir die Decke auf den Kopf. ABER: Wollt ihr in der Gesundheit wirklich eine 2-Klassen-Gesellschaft? Die Berufstätigen dürfen gesund werden und die Arbeitslosen sollen krank bleiben, ja sogar sterben, da man ihnen ja keine teuren lebensnotwendigen OP's mehr bezahlt? Willst Du das wirklich? Bedenke, Du kannst schneller arbeitslos werden als Dir lieb ist und was dann? (27.05.2009, 18:06 Uhr) Truthahn und Gubbel: Wenn ich das lese und weiß, wo meine Steuern hinfließen (und das reichlich) - nämlich in die Taschen von Sozialschmarotzern - dann bekomme ich das blanke Kotzen. Und ich gehöre nicht zu den sogenannten reichen Snobs, sondern muß mir jeden Cent hart erarbeiten.
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- Dass die Krankenkassen für solche Leute dann auch noch teure Operationen bezahlt, setzt allem den Gipfel auf. (26.05.2009, 23:53 Uhr) Webmaster: @ Hans: Hallo, gehts noch? Darf man anderen nicht behilflich sein? Im übrigen mache ich gerade eine Umschulung, ich gehe also arbeiten, aber komme trotzdem nicht aus Hartz 4 heraus. Unterhaltsgeld für eine Umschulung gibt es nicht mehr. Ansonsten erstmal an die eigene Nase fassen, bevor DU hier rumstänkerst! Außerdem hat man als Arbeiter auch nicht mehr wirklich Geld. Was kann man sich von Arbeit heute noch leisten? Kaum noch was. Preise werden immer teurer, während auf Lohnerhöhungen verzichtet wird. Aber reiche Snobs haben ja gut reden!!! (03.11.2008, 17:16 Uhr) Hartz 4: Hans, besorg uns nen Arbeitsplatz, dann gehen wir auch arbeiten! (03.11.2008, 17:00 Uhr) Hans: Geht arbeiten, dann habt ihr auch Geld! (03.11.2008, 14:20 Uhr) Webmaster: Hallo Eric, da müsstest Du Dich mal bei Deinem zuständigen Arbeitsamt erkundigen. Viel Glück. :-) (23.05.2008, 11:43 Uhr) Eric: wo gibts das sozialticket 1000 für 15,00 € ? ich zahle gruppe A 36,00 €.zeig mir das wo man das bekommt. (13.05.2008, 23:51 Uhr)
Script by Alex
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